Gy­nä­ko­lo­gen ab­ge­mahnt

 

Ver­brau­cher­schüt­zer aus Nord­r­hein West­fa­len ha­ben die In­ter­ne­t­auf­trit­te von 158 Gy­nä­ko­lo­gi­schen Pra­xen in NRW auf­ge­sucht und wol­len da­bei auf 40 Pro­zent der Web­sei­ten Ver­stö­ße ge­gen das Ge­setz ge­gen den un­lau­te­ren Wett­be­werb (UWG) aus­ge­macht. Aus Sicht der Ver­brau­cher­schüt­zer stellt die Aus­sa­ge, Ul­tra­schall­un­ter­su­chun­gen der Ei­er­stö­cke sei die „ein­zi­ge sinn­vol­le Leis­tung“ zur Krebs­vor­sor­ge, ei­nen Ver­stoß ge­gen das UWG dar, weil es für die­se Aus­sa­ge kei­ne wis­sen­schaft­li­chen Be­le­ge ge­be.

 

Die an­ge­bo­te­nen Ul­tra­schall­un­ter­su­chun­gen wur­den als In­di­vi­du­el­le Ge­sund­heits­leis­tun­gen (sog. IGeL) an­ge­bo­ten und wer­den von den ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen nicht über­nom­men.

 

Zehn Frau­en­arzt­pra­xen wur­den von den Ver­brau­cher­schüt­zern be­reits ab­ge­mahnt.

 

Hier geht es zum Be­richt der Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­r­hein West­fa­len.

 

Ent­schei­dun­gen zu Zweig­pra­xen

 

Zu­läs­sig­keit von Zweig­pra­xen

 

Der 6. Se­nat des Bun­des­so­zial­ge­richts in Kas­sel hat am 09.02.2011 ent­schie­den, dass die Aus­übung ei­ner ver­trags­ärzt­li­chen Tä­tig­keit in ei­ner Zweig­pra­xis un­ter an­de­rem nur dann zu­läs­sig ist, wenn die Ver­sor­gung am ei­gent­lich Ort des Ver­trags­arzt­sit­zes nicht be­ein­träch­tigt wird und wenn durch die Tä­tig­keit in der Zweig­pra­xis die dor­ti­ge Ver­sor­gung ver­bes­sert. Den je­weils zu­stän­di­gen Kas­se­n­ärzt­li­chen Ve­r­ei­ni­gung steht bei der Be­ur­tei­lung der Fra­ge zur Ver­sor­gungs­ver­bes­se­rung/Ver­sor­gungs­ver­sch­lech­te­rung ein ge­wis­ser Be­ur­tei­lungs­zei­traum (BSG v. 09.02.2011, B 6 KA 7/10 R).

 

Mehr als zwei Zweig­pra­xen für MVZs zu­läs­sig

 

In ei­ner wei­te­ren Ent­schei­dung sel­bi­gen Da­tums hat der 6. Se­nat des Bun­des­so­zial­ge­richts ent­schie­den, dass die be­rufs­recht­li­che Be­schrän­kung, dass ne­ben der Haupt­pra­xis ma­xi­mal an zwei wei­te­ren Stand­or­ten ei­ne ärzt­li­che Tä­tig­keit aus­ge­übt wer­den darf, für Me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­zen­t­ren (MVZ) nicht gilt. Al­ler­dings darf je­der im MVZ tä­ti­ge Arzt ma­xi­mal an drei Stand­or­ten des MVZs tä­tig sein (BSG v. 09.02.2011, B 6 KA 12/10 R).