Aktuelles und Wissenswertes aus dem WEG- / Mietrecht

Fall­s­tri­cke beim ge­mein­sa­men Miet­ver­trag I

 

Häu­fig ent­schei­den sich zwei oder mehr Per­so­nen da­zu ei­ne Woh­nung ge­mein­sam zu mie­ten. Nach­fol­gend ha­ben wir hier­zu ein paar wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen zu­sam­men ge­s­tellt:

 

Ver­trag­s­par­tei­en:

 

 Un­ab­hän­gig da­von, wer im schrift­li­chen Miet­ver­trag als Mie­ter ge­nannt wird, wird Ver­trag­s­par­tei in der Re­gel nur wer den Miet­ver­trag auch tat­säch­lich un­ter­schrie­ben hat. Un­ter­sch­reibt al­so nur ei­ner der Mie­ter, wird nor­ma­ler­wei­se auch nur die­ser als Ver­trag­s­par­tei auf Mie­ter­sei­te an­zu­se­hen sein. An­ders sieht dies je­doch zum Bei­spiel aus, wenn der un­ter­sch­rei­ben­de Mie­ter von sei­nen Miet­mie­tern be­voll­mäch­tigt ge­we­sen ist, den Ver­trag für sie mit zu un­ter­zeich­nen / zu sch­lie­ßen.

 

Be­en­di­gung ei­nes ge­mein­sa­men Miet­ver­hält­nis­ses:

 

Pro­b­le­ma­tisch wird es, wenn ein oder meh­re­re Mie­ter aus der ge­mein­sam an­ge­mie­te­ten Woh­nung wie­der aus­zie­hen wol­len. Denn ent­ge­gen der weit­läu­fi­gen Mei­nung, en­det das Miet­ver­hält­nis zwi­schen ih­nen und dem Ver­mie­ter nicht mit dem Aus­zug. Ein Miet­ver­hält­nis be­steht un­ab­hän­gig da­von, ob ei­ne Per­son das Miet­ob­jekt auch tat­säch­lich nutzt. Auch ei­ne blo­ße An­zei­ge des Aus­zugs beim Ver­mie­ter führt nicht zu ei­ner Be­en­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses. Ge­ne­rell gilt: Das Miet­ver­hält­nis muss im­mer durch al­le Mie­ter ge­mein­sam ge­kün­digt wer­den. Will (/wol­len) der an­de­re (/die an­de­ren) Mie­ter in der Woh­nung woh­nen blei­ben, so ist es am ein­fachs­ten das bis­he­ri­ge Miet­ver­hält­nis zu kün­di­gen und ei­nen neu­en schrift­li­chen Miet­ver­trag mit dem Ver­mie­ter ab­zu­sch­lie­ßen. Zu­min­dest soll­te je­doch von al­len Miet­ver­trag­s­par­tei­en ein Aus­schei­den der aus­zie­hen­den Par­tei aus dem Miet­ver­trag schrift­lich ve­r­ein­bart wer­den.

 

Zieht ein Mie­ter  ein­fach aus, oh­ne dass das Ver­trags­ver­hält­nis mit ihm be­en­det wird, bleibt er Miet­ver­trag­s­par­tei und haf­tet ge­gen­über dem Ver­mie­ter wei­ter ge­mein­schaft­lich mit den in der Woh­nung ver­b­lei­ben­den Mie­tern für al­le Miet­zah­lun­gen, Ne­ben­kos­ten und Schä­den, egal ob er das Miet­ob­jekt noch be­wohnt hat, oder be­reits schon seit Jah­ren aus­ge­zo­gen ist.

 

Bit­te be­ach­ten Sie, dass die­se In­for­ma­tio­nen Sie le­dig­lich für recht­li­che Pro­b­le­me sen­si­bi­li­sie­ren sol­len, die­se je­doch nicht voll­um­fäng­lich recht­lich auf­ge­ar­bei­tet wer­den. Tat­säch­lich ist die The­ma­tik recht­lich sehr kom­plex und viel­schich­tig. Der An­spruch auf Voll­stän­dig­keit wird da­her nicht er­ho­ben.

 

Zu­rück­be­hal­tungs­recht an der Mie­te

 

Der Bun­des­ge­richts­hof am 03.11.2010 ent­schie­den, dass der Mie­ter we­gen ei­nes Man­gels der Woh­nung, von dem der Ver­mie­ter kei­ne Kennt­nis hat, ein Zu­rück­be­hal­tungs­recht erst an den Mie­ten gel­tend ma­chen kann, die fäl­lig wer­den, nach­dem der Mie­ter dem Ver­mie­ter den Man­gel an­ge­zeigt hat (BGH v. 03.11.2010, Az. VIII ZR 330/09).

 

 

 

Miet­min­de­rung I

 

Der Bun­des­ge­richts­hof hat am 10.11.2010 ent­schie­den, dass ei­ne Miet­min­de­rung we­gen Ab­wei­chung der tat­säch­li­chen Wohn­fläche von der im Miet­ver­trag an­ge­ge­be­nen Wohn­fläche um mehr als 10% nicht in Be­tracht kommt, wenn die Par­tei­en in dem Ver­trag deut­lich be­stimmt ha­ben, dass die An­ga­be der Quad­r­at­me­ter­zahl nicht zur Fest­le­gung des Miet­ge­gen­stan­des di­ent (BGH v. 10.11.2010, Az. VIII ZR 306/09).